Eisige Schönheiten

Stellt euch folgende Situation vor: Ich sitze an einem gemütlichen Abend bei einem schönen Glas Wein. Ich sage: „Eigentlich hätte ich mal wieder Lust, was zu schreiben, ich hab schon so lange nichts mehr gemacht.“ Meine Freundin antwortet: „Dann schreib doch mal wieder eine schöne Geschichte, einfach so ins Blaue. Du musst ja nicht immer nur informative Blogs machen. Schreib mal wieder etwas anderes, einfach so …“ Ich denke darüber nach, doch mir will einfach nichts einfallen. Schreibblockade nennt man das wohl – Menschen in kreativen Berufen kennen solche Blockierungen bestimmt. Da ich es hauptberuflich mit dem Schreiben zu tun habe, es aber dabei ganz sachlich um Medizin geht, wollen kreative Worte „einfach so“ gerade nicht kommen.
Eines Tages nach einem ziemlich anstrengenden Arbeitstag gönne ich mir ein Entspannungsbad, als es mir plötzlich geht wie Wickie, dem kleinen Wickingerjungen. Kennt ihr den noch von früher? Wenn er sich die Nase reibt und plötzlich eine Idee hat? Zudem hatte ich am Tag zuvor in meiner Textbibliothek etwas gefunden, was ich mir mal abgespeichert hatte. Und plötzlich: Jetzt hab‘ ich es …. Auf einmal sprudeln die Worte nur so.
Mika ist geboren und möchte euch mitnehmen zu besonderen Schönheiten – eisigen Schönheiten – deren Grundlage immer Eiskristalle sind. Wer Mika ist? Er ist ein Eiskristall, mit dem Gefühl, besonders schön zu sein, aber auch zart und verletzlich ….

Schon meine Lieblingsmusiker, die SEER, haben vor einigen Jahren auf einer Winter-CD den Eiskristall besungen.
Doch was ist eigentlich ein Eiskristall?
Ein Eiskristall ist eine feste Form von Wasser, die durch Gefrieren oder direkte Sublimation von Wasserdampf entsteht. Er zeichnet sich durch eine hexagonale (sechseckige) Kristallstruktur aus, die oft als symmetrische Plättchen, Prismen oder dendritische Sterne erscheint. Eiskristalle bilden die Grundlage für Schnee, Raureif und Eisblumen. (Quelle: Wikipedia)
Die zweifellos schönsten Eiskristalle im Kleinwalsertal kann man in der winterlichen Breitachklamm bewundern. Diesem besonderen Naturphänomen haben wir bereits vor Jahren einen eigenen Blog gewidmet und dabei den eingebildeten Eiszapfen kennengelernt:
Doch Mika, der kleine Eiskristall unserer Geschichte, ist der Meinung, dass es im Kleinwalsertal noch viel mehr Mitglieder seiner großen Familie zu entdecken gibt – und er hat Recht. Hier nur einige von zahlreichen Tipps:
Die Naturbrücke und der Wasserfall am Karolinenweg
Der Wasserfall in der Melköde
Die Kessellöcher
Spaziergang an Breitach und Schwarzwasserbach
Der Weg durch das Bärgunttal
Unsere Bildergalerie mag einige Eindrücke vermitteln, aber schaut es euch im nächsten Winter gern selbst an. Es lohnt sich:












Die Tage von Mika und seiner Familie sind mittlerweile gezählt. Bevor der herannahende Frühling ihn in einen tiefen festen Schlaf schickt, springt Mika mit einem herzhaften Kopfsprung ins kalte Wasser der Breitachklamm. Hoppla … Mika merkt, dass es in einem anderen Zustand, nämlich in seiner ursprünglichen Form, große Freude macht, unterwegs zu sein. Vielleicht wird er ja doch nicht schlafen, sondern als quirliger Wassertropfen weiter seinen Spaß haben. Im nächsten Winter werden er und seine große Familie dann auch wieder zurückkommen. Dann werden wir sie wieder bewundern können, die Eiskristalle und ihre Bauwerke, die so wunderschön und doch so vergänglich sind.
